Was ist elektrische, hydraulische oder
mechanische Konsignation?

Definition der Konsignation

Die Konsignation – ob elektrisch, hydraulisch oder mechanisch – bedeutet die Absicherung einer Anlage oder eines Geräts, um gefahrlos daran arbeiten zu können.

Ein fehlender oder fehlerhafter Konsignationsprozess kann dazu führen, dass Mitarbeitende gefährlich mit spannungsführenden Teilen, unter Druck stehenden Flüssigkeiten oder bewegten Maschinenteilen in Kontakt kommen.

Der Konsignationsprozess dient daher dazu, Anlagen, Installationen und Maschinen zu isolieren und zu sichern.

Bei der elektrischen Konsignation handelt es sich um eine Abfolge von vorgeschriebenen und normierten Schritten, die notwendig sind, um die Sicherheit von Personal und Material vor Arbeiten an elektrischen Geräten oder Installationen zu gewährleisten. Denn nur Arbeiten im spannungsfreien Zustand können vollständig vor Stromschlag schützen – unter der Bedingung, dass die Spannung tatsächlich beseitigt wurde und nicht wiederhergestellt werden kann: Das ist das Ziel der Konsignation.

Die Prozesse der elektrischen, hydraulischen und mechanischen Konsignation erfordern klare und robuste Verfahren, die die strikte Einhaltung von Sicherheitsregeln im Rahmen der geltenden Gesetzgebung gewährleisten.

Eine abgeschaltete Anlage bedeutet nicht automatisch, dass sie auch sicher für Eingriffe ist. Viele schwere Unfälle sind genau auf diese Fehleinschätzung zurückzuführen.

LOTO- und LOTOTO-Prozesse

In internationalen Konzernen wird der Konsignationsprozess häufig mit dem englischen Begriff LOTO (Lockout/Tagout) bezeichnet. Das Prinzip bleibt dasselbe.


Erste Phase: Lockout. Die Anlage wird nach dem Abschalten verriegelt, genauer gesagt ihr Energiezufuhr-Mechanismus, mit einem Lockout/Tagout-Vorhängeschloss. So wird verhindert, dass die Maschine unbeabsichtigt wieder in Betrieb genommen wird.

Zweite Phase: Tagout. Das Schloss wird mit einem Etikett versehen, das Angaben wie Ursprung der Verriegelung, Datum, verantwortliche Person und ggf. zugehörige Arbeitsanweisungen enthält.


Dritte Phase: Tryout (LOTOTO). Zusätzlich wird überprüft, ob die Verriegelung tatsächlich wirksam ist. Ist das Konsignationsschloss korrekt angebracht? Kann man absolut sicher sein, dass die Anlage nicht unbeabsichtigt wieder eingeschaltet werden kann?

Konsignation: ein entscheidender Beitrag zur Sicherheit

Die Konsignation ist Pflicht, um nach wie vor zu häufige Unfälle zu vermeiden. Dieser Prozess ist entscheidend in der Industrie, der Instandhaltung und im Bauwesen, wo Eingriffe an elektrischen Anlagen regelmäßig stattfinden. Schätzungen zufolge sind rund die Hälfte aller Arbeitsunfälle bei Wartungsarbeiten auf Fehler oder fehlende Konsignation zurückzuführen.

Die Konsignation verfolgt im Wesentlichen drei Ziele:
  • Sicherheit des Personals: Verhinderung von Unfällen durch Ausschluss unbeabsichtigter Wiedereinschaltungen.
  • Schutz von Anlagen und Infrastruktur: Vermeidung von Schäden durch unvorhergesehene Inbetriebnahme.
  • Rechtliche Konformität: Einhaltung der geltenden Sicherheitsnormen und Vorschriften, wie z. B. DIN VDE 0105-100 (Deutschland), ÖVE/ÖNORM EN 50110 (Österreich) oder IEC/EN 50110 (Europa), die Arbeiten an elektrischen Anlagen regeln.

Welche Vorschriften gelten für die Konsignation?

Für Arbeitgeber ist die Konsignation verpflichtend und in Deutschland bzw. der EU u. a. durch folgende Vorschriften geregelt:
  • DIN VDE 0105-100 (Betrieb von elektrischen Anlagen)
  • ArbSchG (Arbeitsschutzgesetz) und Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)
  • DGUV Vorschriften und Regeln (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung)
  • Maschinenrichtlinie 2006/42/EG
  • Arbeitsinspektionsverordnungen in Österreich (z. B. AM-VO)

Die DIN VDE 0105-100 ist das technische Referenzdokument in Deutschland für sicheres Arbeiten an und in der Nähe von elektrischen Anlagen. Es definiert die Rollen und Verantwortlichkeiten der Arbeitgeber und Beschäftigten sowie die erforderlichen Berechtigungsnachweise je nach Tätigkeit und Spannungsbereich.

Für Arbeiten an nicht-elektrischen Energien (hydraulisch, mechanisch, pneumatisch etc.) greifen zusätzlich einschlägige DGUV-Regeln, die den Schutz von Beschäftigten bei Tätigkeiten an Anlagen mit gespeicherter Energie sicherstellen.

Diese Vorschriften legen klar die Verantwortlichkeiten der verschiedenen Akteure im Konsignationsprozess fest, deren Befugnisse und Berechtigungen durch das jeweilige Unternehmen vergeben werden:
  • Vorbereiter/Auftraggeber
  • Konsignationsverantwortlicher
  • Betriebsverantwortlicher
  • Work Arbeitsverantwortlicher/Ausführender

Die Konsignation basiert somit auf einem klar strukturierten, formalen Prozess, den alle Beteiligten beherrschen müssen.

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